CLARITA SCHROEDER Stueckgutfrachter (Tramp weltweit)

Clarita Schröder war eines der schönsten Schiffe auf denen ich fahren durfte, zwar ein Arbeitsschiff, aber sehr gute Crew und alles drum herum passte. Gut sieben Monate blieb ich an Bord. Natürlich wieder ein Weihnachten auf See, 1972.

Wir stiegen in Hamburg ein und machten eine Charterreise für die Franzosen in den indischen Ozean. Zuerst einmal klapperten wir die Küste in Europa ab und nach dem Auslaufen von Le Havre ging es durch den englischen Kanal und danach nur noch southbound, Richtung Madagaskar. Die Reise verlief ohne große Probleme (siehe Bilder) und kurz vor Madagaskar wurde uns mitgeteilt, das Bergvolk und die People an der Küste hätten Meinungsverschiedenheiten und somit konnten wir Tamatave, unseren ersten Löschhafen auf Madagaskar, nicht anlaufen. Also gingen wir kurz vor Manakara auf Reede und löschten, bei sehr starkem Schwell, unser komplettes Sackgut für Tamatave ab. Ein paar Säcke gingen in den Bach, ansonsten hat es gut geklappt. Sobald das Sackgut gelöscht war verholten wir zur Nachbarinsel LA RÉUNION. Hier wurde ersteinmal, ohne ersichtlichen Grund, eine deftige Party gefeiert. Die Kämpfenden auf Madagaskar hatten sich soweit beruhigt, dass wir nach Löschende auf La Réunion endlich Kurs auf Madagaskar nehmen konnten. In Tamatave haben wir, sage und schreibe, vier Wochen gelegen. Fast voll Schiff löschen und voll Schiff laden. Vier Wochen in so einer Town, keiner hatte mehr Guthaben. Die Damen des horizontalen Gewerbes wurden immer Freitags entlohnt nachdem wir uns beim Purser die aufgelaufenen Überstunden ausbezahlen liessen. Ab und zu haben die Mädels, unter der Woche, auch schon mal einen ausgegeben für uns!! Eine herrliche Zeit auf Madagaskar, Rikscharennen, Zyklone, französische Fremdenlegionäre und bei einer Creolin hörte ich zum ersten Mal in meinem Leben den Tropenregen auf das Wellblechdach ihrer Hütte trommeln. Aber alles schöne geht einmal zu Ende. Mit einer Riesenfete verabschiedete der Kapitän uns und sich von Madagaskar, es war alles eingeladen was Rang und Namen hatte, sogar unsere „Damen“ waren dabei, und da der Jungzimmermann im Hafengebiet, um unser Achterdeck richtig zu schmücken, noch zwei Palmen gefällt hatte, wollte ihn die ansässige Polizei in den Knast stecken. Es wurde alles geregelt und dann wurde es höchste Zeit das wir ausliefen, wir waren ja schon alle fast verheiratet. Auf unserem Törn nach Europa konnten wir uns endlich richtig ausruhen, selbsverständlich auch arbeiten, bis Hamburg. Und wir brachten den Dampfer richtig auf Vordermann!

In Hamburg gingen wir in Time Charter für Hapag´s. Die Hapag Leute waren voll des Lobes über unseren Dampfer, ein Schiff wie die Clarita und in so einem tadellosem Zustand hätten sie lange nicht gesehen. Kein Wunder, die vier Wochen in Tamatave und dann der lange Seetörn. Alle Bäume gelümmelt, alle Drähte gelabsalt und der ganze Dampfer top in Farbe.

In Hamburg wurde zuerst einmal unser Schornstein stark verändert, Hapag – Farben. Beim Laden ging es richtig rund. Wir luden eine komplette Brauerei für Peru, zu der Brauerei gehörten auch noch 500 Sack Zement. Na, hätten wir noch etwas Sand gehabt, hätten wir das Ding ja auch gleich aufbauen können. Unser Bestimmungshafen war Iquitos, kurz vor den Anden, von Osten aus über den Amazonas angefahren(Peru). Hier sollte alles auf Pontons verladen werden. Bis Iqitos kommt ein Seeschiff nur im Mai, wenn der höchste Wasserstand auf dem Amazonas herrscht, aber es ist am Arsch der Welt, wie wir später feststellen konnten, nämlich da, von wo aus es fast nicht weitergeht. Die Überreise war ruhig und im Amzonas Delta, vor Macapa kam der erste Lotse an Bord. In Manaus war Lotsenwechsel und wir bekamen zwei Lotsen die sich Tag und Nacht ablösten. Viele Affen und Schlangen und anderes Getier war an den 14 Tagen von Manaus bis Iquitos zu sehen, so hatten wir unter anderem ein Kamäleon an Bord, keiner wusste wo es herkam, aber es hat leider nicht überlebt und so bekam es eine Seebestattung auf dem Amazonas. Wir ließen es in einem Pappkarton auf dem Amazonas, während der Fahrt, zu Wasser.

„Gott schütze uns vor Sturm und Wind und vor Deutschen die im Ausland sind“, ein abgegriffener Spruch, aber er beinhaltet immer etwas Wahrheit. Einlaufen Iquitos, noch gar nicht ganz fest an der Kai, turnt da doch schon so ein Hutzelmännchen an Bord. „Hallo habt Ihr Hamburg Water, Holsten Bier?“ Wir trauten unseren Ohren nicht, dieser Wurzelgnom war Deutscher und lebte schon seit über 30 Jahre im Busch bei den Indios, beherrschte drei Indio Dialekte und wusste wie ein Schrumpfkopf präpariert wurde. Die Löscharbeiten des Schwergut und der sperrigen Teile der Anlage, führten wir, die Decksgang, dann alleine durch. Keine Windenleute von Land, oder Schauerleute, nur zum Schluß für´s Sackgut. Nachdem wir alles sauber überstanden hatten, damften wir im Ballast zurück nach Belem, Para, in der südlichen Flußmündung des Amazonas. Es gibt dort oben, mitten im tiefen Grün des Dschungels, vor Iquitos, im Amazonas übrigens rosa Delphine. In Belem luden wir voll Schiff für Europa. In den Zwischendecks wurden Ställe gebaut, aus Maschendraht und Latten. Hier wurden Paranüsse geladen. Hierzu fuhr extra eine Gang von Brasilianern mit, die die Nüsse auf See Tag für Tag umschaufelten, damit die Paranüsse nicht schimmelten.

Nach Einlaufen in Bremen gingen wir von Bord. Diese Reisen auf der CLARITA SCHRÖDER werde ich nie vergessen. Ich grüße die alte Crew vom November 1972 bis Juni 1973, alle die in Bremen abgemuster sind. Hallo Leichtmatrose Uwe Stürck, Decksmann Norbert Häker, Leichtmatrose Ove Vick und Funker Klaus Bedürftig, natürlich nicht zu vergessen Paul.

Wo immer ihr auch seid, lasst es euch gutgehen!

Ja, so war das damals, im Jahre 1972 / 1973 auf der Clarita Schröder.

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„GasChem Bremen“ unter deutscher Flagge
Nach mehr als acht Jahren Krise in der Schiffahrt möchten wir mit der Umflaggung der "GasChem Bremen" ein positives Signal setzen", erklärt Michael Ippich, Geschäftsführer der Reederei. "Auch wenn es noch eine ganze Weile dauern wird, bis sich die Märkte stabilisieren: Es geht langsam wieder aufwärts." Wegbereiter waren Anpassungen bei der Lohnsteuer, der Sozialversicherung und in der Schiffsbesetzungsverordnung im vergangenen Jahr. Sie haben dazu geführt, dass Schiffe unter deutscher Flagge nun deutlich wettbewerbsfähiger betrieben werden können.

Mit der Umflaggung ist die "GasChem Bremen" gleichzeitig zum größten Ausbildungsschiff der Hartmann Reederei geworden. In Zukunft sollen dauerhaft mindestens vier Ausbildungsplätze für angehende deutsche Seeleute zur Verfügung stehen: Nautische und Technische Offiziersanwärter sowie Auszubildende zum Schiffsmechaniker.

"Die Ausbildung von Seeleuten hat bei uns seit der Gründung der Reederei einen hohen Stellenwert", sagt Michael Ippich. Trotz Schiffahrtskrise bildet das Unternehmen jedes Jahr in erheblichem Maße junge Menschen an Bord aus. Dazu kommen Weiterbildungsmaßnahmen und Qualifizierungen für Offiziere und Mannschaftsränge. Gegenwärtig befinden sich an Bord der Hartmann Reederei-Flotte über 100 hochqualifizierte deutsche Seeleute.

Die Hartmann Reederei hat angekündigt, langfristig weitere Schiffe unter die deutsche Flagge bringen zu wollen.

22. März 2017 Schiff und Hafen Maritim 4.0 mehr unter www.schiffundhafen.de/news/Schifffahrt

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