MS SCHAUENBURG Stückgutfrachter Westafrika

An Bord der nagelneuen „Schauenburg“(Ende August 1973)ging ich in Polen, es war das erste deutsche Schiff, dass in Stettin nach dem Krieg vom Stapel lief.Die fast komplette Crew war in Hamburg in den Bus gestiegen und wurde durch die damalige DDR gekarrt, nach Stettin. Als wir zurück nach Hamburg kamen gingen wir an die Überseebrücke, mit richtig dick Brimborium. Mir war die Feier egal, ich hab noch mal die Chance ergriffen und fuhr übers Wochenende nach Hause. Wir wurden dann in Hamburg komplett ausgerüstet, verproviantiert und den ganzen anderen Zinnober. Die Schiffsleitung teilte uns dann mit wir gehen für die Franzosen in Charter, (DELMAS), Fahrtgebiet Westküste Afrika.

So machten wir eine gemütliche Küstenreise für die Franzosen, luden in den üblichen europäischen Häfen und nachdem wir den letzten Ladehafen verlassen hatten freuten wir uns schon auf Abidjan, ABC-Bar. Das hat doch was. Schöne Mädels und alle wissen was Sache ist. Leider bekamen wir in der Biscaya, schon fast Ausgangs Biscaya, fürchterlich einen auf den Sack. Alles wäre nicht so schlimm gewesen, hätte unsere „NEUE“ Hauptmaschine nicht zu diesem Zeitpunkt einen Streik eingeläutet, sie fiel einfach aus. Der Garantie Ing. wusste zuerst nicht woran es lag und es dauerte bis er den Fehler fand. Solange der Mann am Ruder den Dampfer noch mit dem Kopf auf die See halten konnte war alles geritzt. Nach einer gewissen Zeit, wenn der Dampfer keine Fahrt mehr durchs Wasser macht, dann dreht er sich quer in die See und das wars. Es war genau Mittagszeit, ich weiß das noch genau so als wäre es heute, der Dampfer hatte sich aufgeschaukelt und holte zu jeder Seite mit fast 30 Grad über. Auf Luke drei brachen die Spannschrauben der Container und die Fittings gaben ihren Geist auf. An der Steuerbord Seite, an Deck, hatten wir LKW-Chassis geladen, die waren das erste Ziel der wandernden Container, immer wenn unser Schiff nach Steuerbord überholte krachten die Blechkisten auf die LKW und dann rutschten sie wieder nach Backbord. So ging das zirka zehn Minuten, mittlerweile hatte ein Container schon volle Brosche einen Baumstützen den Garaus gemacht und der 15 To. Schwingbaum haute wie wild durch die Gegend. Die LKW hatten schon nicht mehr so richtige Fahrerhäuser, als ein sehr starker Brecher unseren Dampfer hart auf die Backbord Seite legte und dabei gingen alle auf der Luke rumschliddernden Container über Bord. In diesem Augenblick spürten wir alle dieses bekannte vibrieren, die Maschine lief wieder. Der Scheich war sofort am Ball „Alle Mann an Deck und den Spargel einfangen und sichern.“ Den Spargel hatten wir schnell eingefangen (Automatik Geschirr) ohne größere Probleme, beide Geien hieven im dritten Kontakt und ab in die Baumnock, mit der Schelle sichern. Etwas wackelig, aber ging schon klar. Danach, als alles wieder seefest und wir wieder mit Voll Voraus auf Kurs waren, tranken wir erst Mal ´ne Buddl Bier und fragten ganz nebenbei den französischen Supercargo: „Was war denn überhaupt in den Containern? Die waren wohl ziemlich schwer, schwammen höchstens eine Minute.“ Seine lakonische Antwort: „Da war nur Whiskey drin, aber egal.“ Verdammter Mist, welch eine Vergeudung!

Fortzetzung folgt demnächst. 

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„GasChem Bremen“ unter deutscher Flagge
Nach mehr als acht Jahren Krise in der Schiffahrt möchten wir mit der Umflaggung der "GasChem Bremen" ein positives Signal setzen", erklärt Michael Ippich, Geschäftsführer der Reederei. "Auch wenn es noch eine ganze Weile dauern wird, bis sich die Märkte stabilisieren: Es geht langsam wieder aufwärts." Wegbereiter waren Anpassungen bei der Lohnsteuer, der Sozialversicherung und in der Schiffsbesetzungsverordnung im vergangenen Jahr. Sie haben dazu geführt, dass Schiffe unter deutscher Flagge nun deutlich wettbewerbsfähiger betrieben werden können.

Mit der Umflaggung ist die "GasChem Bremen" gleichzeitig zum größten Ausbildungsschiff der Hartmann Reederei geworden. In Zukunft sollen dauerhaft mindestens vier Ausbildungsplätze für angehende deutsche Seeleute zur Verfügung stehen: Nautische und Technische Offiziersanwärter sowie Auszubildende zum Schiffsmechaniker.

"Die Ausbildung von Seeleuten hat bei uns seit der Gründung der Reederei einen hohen Stellenwert", sagt Michael Ippich. Trotz Schiffahrtskrise bildet das Unternehmen jedes Jahr in erheblichem Maße junge Menschen an Bord aus. Dazu kommen Weiterbildungsmaßnahmen und Qualifizierungen für Offiziere und Mannschaftsränge. Gegenwärtig befinden sich an Bord der Hartmann Reederei-Flotte über 100 hochqualifizierte deutsche Seeleute.

Die Hartmann Reederei hat angekündigt, langfristig weitere Schiffe unter die deutsche Flagge bringen zu wollen.

22. März 2017 Schiff und Hafen Maritim 4.0 mehr unter www.schiffundhafen.de/news/Schifffahrt

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